Arthur-Rubinstein-Philharmonieorchester Łódź

Die Anfänge der Arthur-Rubinstein-Philharmonie Łódź reichen auf das Eröffnungskonzert des Łódźer Symphonieorchesters zurück, das am 17. Februar 1915 im heute nicht mehr existierenden Großen Theater an der Konstantynowska-Straße stattfand. Das Łódźer Symphonieorchester war nach dem Orchester der Warschauer Philharmonie das zweite ständige Symphonieorchester auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Teilungsgebiets Polens.

In seiner über 110-jährigen Geschichte musizierte das Orchester unter der Leitung zahlreicher bedeutender Dirigenten, darunter Henryk Czyż, Grzegorz Fitelberg, Paweł Klecki, Jan Krenz, Andrzej Markowski, Emil Młynarski und Zdzisław Szostak. In späteren Jahren standen zudem Łukasz Borowicz, José Maria Florêncio, Jerzy Maksymiuk, Krzysztof Penderecki und Marek Pijarowski am Pult des Ensembles.

Zum Ansehen des Orchesters trugen auch zahlreiche herausragende Solisten bei, darunter Artur Rubinstein, David und Igor Oistrach, Swjatoslaw Richter, Mstislaw Rostropowitsch, Grażyna Bacewicz, Wanda Wiłkomirska und Krystian Zimerman sowie in jüngerer Zeit Lang Lang, Piotr Anderszewski, Ivo Pogorelić, Rafał Blechacz, Garrick Ohlsson, Konstanty Andrzej Kulka und Iwona Sobotka.

Das Orchester brachte zahlreiche bedeutende Werke erstmals in Polen zur Aufführung. Am 1. November 1957 erklang unter der Leitung von Henryk Czyż Arthur Honeggers Oratorium König David mit dem Chor der Staatlichen Philharmonie Łódź und Solisten. Nur ein Jahr nach der Uraufführung in New York dirigierte Andrzej Markowski am 14. September 1984 die polnische Erstaufführung von Witold Lutosławskis Dritter Symphonie.

Zu den besonderen Leistungen des Orchesters zählen außerdem mehrere Uraufführungen, darunter Tomasz Kiesewetters Zweite Symphonie in D-Dur, Krzysztof Pendereckis Kaddisch. Den Łódźer Abrameks, die leben wollten, und den Polen, die Juden retteten, komponiert zum 65. Jahrestag der Liquidierung des Ghettos Litzmannstadt, sowie die lange Zeit vergessene Ballettmusik Lumières von Alexandre Tansman.

Werke für das Orchester komponierten unter anderem Krzysztof Meyer, Paweł Mykietyn, Artur Zagajewski, Andrzej Kwieciński und Ignacy Zalewski.

Einen wichtigen Teil seines künstlerischen Erbes bilden zahlreiche Einspielungen für polnische und internationale Schallplattenlabels, insbesondere jene unter der Leitung von Henryk Czyż und Zdzisław Szostak. Dazu zählen Aufnahmen von Karol Szymanowskis Zweiter Symphonie sowie Ludwig van Beethovens Fünfter Symphonie.

Im Jahr 2015 nahm das Orchester unter Daniel Raiskin Werke für Singstimme und Orchester von Witold Lutosławski auf. Die Aufnahme wurde für den polnischen Musikpreis Fryderyk nominiert. Fünf Jahre später erhielt das Ensemble unter der Leitung von Paweł Przytocki zwei weitere Nominierungen für Einspielungen der Klavierkonzerte von Alexandre Tansman und Grażyna Bacewicz mit Julia Kociuban sowie der Violinkonzerte von Emil Młynarski mit Piotr Pławner. Letzteres Album wurde mit dem Fryderyk in der Kategorie „Album des Jahres – Konzertmusik“ ausgezeichnet.

2025 wurde eine weitere Aufnahme unter der Leitung von Paweł Przytocki für den Fryderyk nominiert. Gemeinsam mit dem Geiger Wojciech Niedziółka, dem bestplatzierten polnischen Teilnehmer des XVI. Internationalen Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerbs, spielte das Orchester Zygmunt Noskowskis Zweite Symphonie „Elegische“ sowie Henryk Wieniawskis Erstes Violinkonzert ein.

Das Orchester unternahm zahlreiche Auslandstourneen und gastierte in Österreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Norwegen, der Schweiz und Italien. Es trat in renommierten Konzertsälen wie der Tonhalle Zürich, der Queen Elisabeth Hall in Antwerpen, der Kölner Philharmonie, dem Verdi-Saal des Mailänder Konservatoriums sowie De Doelen in Rotterdam auf.

Im Februar 2017 konzertierte das Orchester unter der Leitung von Paweł Przytocki im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Der große Erfolg dieses Konzerts und der begeisterte Zuspruch des internationalen Publikums führten dazu, dass Przytocki ab der Spielzeit 2017/2018 zum Künstlerischen Direktor der Arthur-Rubinstein-Philharmonie Łódź berufen wurde – ein Amt, das er bis heute innehat.

Im Jahr 2015 wurde das Orchester mit der Goldenen Medaille „Verdient um die Kultur – Gloria Artis“ ausgezeichnet. In der Spielzeit 2024/2025 feierte das Ensemble sein 110-jähriges Bestehen.


Foto: Dariusz Kulesza
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