
Nach Engagements in Hannover und an der Semperoper Dresden zählt Camilla Nylund heute zu den international gefragtesten Sängerinnen ihres Fachs und ist regelmäßiger Gast an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt – darunter die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper München, die Metropolitan Opera New York, die Mailänder Scala, die Opéra Bastille Paris, die Staatsopern in Berlin und Hamburg, die Deutsche Oper Berlin, die Bayreuther und Salzburger Festspiele sowie Opernhäuser in Barcelona, Valencia, Zürich, Helsinki, Köln, Frankfurt, Amsterdam, Tokio und San Francisco.
Das Repertoire der Künstlerin umfasst alle bedeutenden Partien des klassisch-romantischen Fachs. Besonders mit ihren Interpretationen der Wagner-Partien Elisabeth, Venus, Elsa, Sieglinde, Senta, Isolde und Brünnhilde sowie der Strauss-Rollen Marschallin, Arabella, Gräfin in „Capriccio“, Chrysothemis, Kaiserin in „Die Frau ohne Schatten“, Ariadne, Salome und Daphne setzt Camilla Nylund immer wieder neue künstlerische Maßstäbe. Rollen wie Marie in „Wozzeck“, die Titelpartie in „Jenůfa“, „Eine Frau“ in „Erwartung“ sowie Katerina in „Lady Macbeth von Mzensk“, die sie 2023 in einer vielbeachteten Neuproduktion an der Hamburgischen Staatsoper erstmals sang, ergänzen das Repertoire der vielseitigen Künstlerin.
Ausgehend vom lyrisch-dramatischen Fach feierte Camilla Nylund in den vergangenen Spielzeiten große Erfolge in ihren ersten hochdramatischen Rollen. Eine bedeutende Rolle spielte dabei das Opernhaus Zürich, das ihr nach ihrem Debüt als Isolde in „Tristan und Isolde“ auch Debüts in sämtlichen Brünnhilde-Partien des „Ring des Nibelungen“ ermöglichte.
Seit vielen Jahren prägt Camilla Nylund die Bayreuther Festspiele entscheidend mit. 2011 debütierte sie auf dem „Grünen Hügel“ als Elisabeth in „Tannhäuser“. In den folgenden Jahren war sie dort als Sieglinde in „Die Walküre“, Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie Elsa in „Lohengrin“ zu erleben. Die Spielzeit 2023/24 endete ebenfalls in Bayreuth mit einer Neuproduktion von „Tristan und Isolde“ unter der Leitung von Semyon Bychkov.
Zu den Höhepunkten der Saison 2024/25 zählen Neuproduktionen von „Die Walküre“ und „Siegfried“ an der Mailänder Scala. Zudem kehrt Camilla Nylund als Senta in „Der fliegende Holländer“ nach Zürich zurück und ist an der Staatsoper Unter den Linden Berlin als Kaiserin in „Die Frau ohne Schatten“ zu erleben – einer ihrer Paraderollen. Auch die Wiener Staatsoper nimmt einen festen Platz in ihrem Kalender ein, wo sie 2025 sowohl in der Titelrolle von „Arabella“ als auch als Elsa in „Lohengrin“ unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann auftreten wird.
Neben ihrer Operntätigkeit ist Camilla Nylund regelmäßiger Gast in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt, darunter das Konzerthaus und die Philharmonie Berlin, der Herkulessaal und die Isarphilharmonie München, das Gewandhaus Leipzig, das Concertgebouw Amsterdam, der Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, die Elbphilharmonie Hamburg, die Tonhalle Zürich sowie die BBC Proms und Konzerte in Philadelphia, Cleveland und Boston.
Sie arbeitet mit den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit zusammen, darunter Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann, Andris Nelsons, Daniel Barenboim, Philippe Jordan, Esa-Pekka Salonen, Vladimir Jurowski, Gianandrea Noseda, Riccardo Muti, Marek Janowski, Kent Nagano, Karina Canellakis, Simone Young, Susanna Mälkki, Omer Meir Wellber und Lahav Shani.
Kammermusik und Liedgesang gehören seit jeher zu den wichtigen Bestandteilen ihres künstlerischen Schaffens. Gemeinsam mit Helmut Deutsch widmet sie ihre Recitalprogramme sowohl dem deutschen romantischen Lied als auch Komponisten ihrer skandinavischen Heimat.
In der Saison 2024/25 stehen neben zahlreichen Orchesterkonzerten – darunter Bruckners „Te Deum“ in Linz, Schönbergs „Gurre-Lieder“ an der Mailänder Scala sowie eine Tournee mit Strauss’ „Vier letzten Liedern“ mit dem Bergen Philharmonic Orchestra – auch Liederabende an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, beim Lausitz Festival, in der Hamburger Elbphilharmonie sowie bei den Tiroler Festspielen Erl auf dem Programm.
Während der Corona-Pandemie zeigte die vielseitige Künstlerin zudem bislang unbekannte Facetten ihres Schaffens. Gemeinsam mit André Heller, den sie bei einer Neuproduktion des „Rosenkavalier“ an der Berliner Staatsoper kennenlernte, entstand das Projekt „Great American Songbook“. In dem für ORF III produzierten Konzertfilm interpretiert sie gemeinsam mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Marin Alsop amerikanische Liebeslieder der 1930er bis 1970er Jahre. Eine DVD- und CD-Produktion erschien im Dezember 2022 bei Naxos. Im März 2024 präsentierte sie das Programm erstmals live vor Publikum in der ausverkauften Hamburger Elbphilharmonie.
Für ihre künstlerischen Leistungen wurde Camilla Nylund mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Im November 2022 erhielt sie den Lotte-Lehmann-Gedächtnisring – eine der weltweit bedeutendsten Auszeichnungen für Opernsängerinnen. Bereits im September 2022 wurde ihr in der Tonhalle Zürich der Europäische Kulturpreis verliehen. Für ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper erhielt sie 2019 den Titel Österreichische Kammersängerin, zudem ernannte sie die Semperoper Dresden zur Sächsischen Kammersängerin. Weitere Auszeichnungen sind der Christel-Goltz-Preis der Semperoper Dresden (2000), der Kulturpreis des Schwedischen Kulturfonds in Finnland, die vom finnischen Präsidenten verliehene Pro-Finlandia-Medaille (2013) sowie der Finnische Staatspreis für Musik (2019).
Camilla Nylund wurde im finnischen Vaasa geboren. Sie studierte zunächst bei Eva Illes und anschließend Oper und Lied am Mozarteum Salzburg. Seit 2003 arbeitet sie mit Irmgard Boas in Dresden zusammen. Im Dezember 1995 wurde ihr von der Internationalen Stiftung Mozarteum die Lilli-Lehmann-Medaille verliehen.
Auf dem Foto: Camilla Nylund ©
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