Im Rahmen der Reihe Sinfonische Monumente laden wir Sie zu einer besonderen Begegnung mit einem der faszinierendsten Werke an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein. Bevor die Musik erklingt, wollen wir gemeinsam in ihre Welt eintauchen, eine Welt voller Zeichen, Symbole und verborgener Bedeutungen.
Wien um 1900 war einer der außergewöhnlichsten Orte Europas – eine Stadt, in der die Zukunft im Schatten der Vergangenheit entstand. Einerseits war sie die sich dynamisch entwickelnde Hauptstadt eines Reiches, geprägt von der repräsentativen Ringstraße, neuer Architektur und einem wachsenden Bürgertum. Andererseits war sie ein Ort, der in Nostalgie versunken war, im Kult alter Formen und Traditionen. Eine Stadt, die an den Fortschritt glaubte und ihm zugleich mit Unbehagen begegnete. Genau in dieser Atmosphäre entstand der Wiener Jugendstil, eine Bewegung, die die Nachahmung der Vergangenheit ablehnte und nach einer neuen Sprache für die Gegenwart suchte. In einer solchen Welt reifte die Musik Gustav Mahlers heran.
Als seine Sinfonie Nr. 4 entstand, stand Mahler auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Seit 1897 war er Direktor der Wiener Hofoper, einer der bedeutendsten Musikinstitutionen Europas, und ein Jahr später übernahm er auch das Amt des Dirigenten der Wiener Philharmoniker. Die Sinfonie selbst komponierte er in den Jahren 1899 und 1900, vor allem während seiner Sommeraufenthalte; die Uraufführung fand 1901 in München statt. Interessanterweise war ihr Finale, das Lied Das himmlische Leben, schon viel früher entstanden, nämlich bereits 1892, und wurde erst später in das Gesamtwerk integriert. Gerade dieses Lied verleiht dem ganzen Werk seinen Sinn.
Der Abend beginnt mit einem musikalisch illustrierten Vortrag, der als eine Art Wegweiser durch diese außergewöhnliche Sinfonie dient. Wir werden darin Anklänge an kindliche Fantasie, Volksmelodien und religiöse Bilder hören, aber auch beunruhigende Kontraste und subtile Ironie. Im Laufe des Vortrags versuchen wir, diese Spannungen einzufangen und zu zeigen, wie diese Welt von innen heraus funktioniert.
Der zweite Teil des Abends bildet das eigentliche Erlebnis – die Aufführung der gesamten Sinfonie. Gerade dann wird sich zeigen, wie sehr sich unser Hören verändert, wenn wir den „Schlüssel“ zu dieser Musik in der Hand halten. Was zuvor nur schön erschien, gewinnt an Tiefe, und was einfach wirkte, erweist sich als vieldeutig.
Dieses Konzert richtet sich an alle, die mehr suchen als die Möglichkeit, Musik zu hören. Wenn Sie neugierig sind, was sich hinter den Klängen verbirgt, und sich auf diese musikalische Reise mit einem kundigen Begleiter begeben möchten, ist diese Veranstaltung genau das Richtige für Sie.
Dieses Konzert wendet sich an all jene, die Musik nicht nur hören, sondern tiefer verstehen möchten. Wer neugierig ist, was sich unter der Oberfläche der Klänge verbirgt, und sich auf eine musikalische Reise mit fachkundiger Begleitung begeben möchte, ist zu diesem besonderen Begegnungsformat herzlich eingeladen.
DETAILS
Sinfonische Monumente | Mahler
15-05-2027 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin