Die Romantik in ihrer ganzen Pracht: Schumann, Dvořák und Brahms – Namen, die fest zum Repertoire eines jeden Sinfonieorchesters gehören und deren Musik den ganzen Reichtum orchestraler Klangfarben, Dynamik und Emotionen entfalten lässt. Gerade in diesem Repertoire kommen unsere Philharmonie und der Goldene Saal besonders eindrucksvoll zur Geltung.
Solistin des Abends ist Maria Ioudenitch – eine Violinistin, die 2021 gleich drei internationale Wettbewerbe gewann: den Eugène-Ysaÿe-Wettbewerb in Lüttich, den Tibor-Varga-Wettbewerb in Sion und den Joseph-Joachim-Wettbewerb in Hannover. Ihr Debütalbum Songbird, das sie gemeinsam mit dem Pianisten Kenny Broberg aufgenommen hat, wurde mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Inzwischen ist die Künstlerin bereits mit führenden europäischen und amerikanischen Orchestern aufgetreten.
Das Sinfonieorchester der Philharmonie in Szczecin wird von Róbert Farkas geleitet – einem ungarisch-deutschen Dirigenten, der in Budapest und Berlin ausgebildet wurde. Sieben Jahre lang war er Assistent von Iván Fischer und arbeitete mit dem Konzerthausorchester Berlin sowie dem Budapest Festival Orchestra zusammen. Von 2021 bis 2026 war er Chefdirigent des MÁV-Sinfonieorchesters in Budapest. Im Jahr 2026 wurde er von Bartók Rádió als Dirigent des Jahres ausgezeichnet.
Dvořák begann 1879 mit der Arbeit an seinem Violinkonzert, kurz nach dem großen Erfolg der ersten Folge der Slawischen Tänze, die dem bis dahin noch wenig bekannten tschechischen Komponisten internationalen Ruhm eingebracht hatte. Das Werk war für Joseph Joachim bestimmt – einen der herausragendsten Violinisten seiner Zeit, Direktor der Berliner Hochschule für Musik und engen Freund von Brahms. Die Zusammenarbeit zog sich über mehrere Jahre hin. Joachim schlug Änderungen vor, Dvořák überarbeitete das Werk und reiste nach Berlin, um es gemeinsam mit ihm durchzugehen. Trotz der Widmung führte Joachim das Konzert schließlich nicht öffentlich auf. Die Uraufführung fand am 14. Oktober 1883 in Prag statt. Solist war František Ondříček, der das Werk später in sein europäisches Konzertrepertoire aufnahm und damit zu seiner internationalen Verbreitung beitrug.
Als Brahms im Sommer 1883 nach Wiesbaden kam, zählte er längst zu den bedeutendsten Komponisten Europas. Üblicherweise konzertierte er im Winter und nutzte die Sommermonate zum Komponieren. Diesmal mietete er eine Wohnung in dem Kurort und arbeitete dort im Verborgenen an seiner 3. Sinfonie, die er später sogar als seine Wiesbadener Sinfonie bezeichnete. Die Uraufführung wurde ein Erfolg, obwohl Anhänger Wagners, die dem Brahms-Lager ablehnend gegenüberstanden, versuchten, das Konzert zu stören. Hans Richter nannte das neue Werk „Brahms’ Eroica“, und der einflussreiche Kritiker Eduard Hanslick bezeichnete es als die künstlerisch vollendetste der bis dahin entstandenen drei Sinfonien des Komponisten. Das Publikum erlebte also ein Werk, das bereits bei seiner Uraufführung als eine der bedeutendsten Leistungen Brahms’ gewürdigt wurde und bis heute zu den Säulen des großen sinfonischen Repertoires zählt.
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Verflechtungen
07-05-2027 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin