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Jenseits der Zeit

Sinfonisches Konzert
Sinfoniesaal
MUSIK
  • Ottorino Respighi - Drei Choräle von Johann Sebastian Bach für Orchester
  • Bohuslav Martinů - Konzert für Oboe und kleines Orchester
  • Max Reger - Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart, op. 132
Voraussichtliche Konzertdauer: ca. 95 Minuten, inklusive 30 Minuten Pause.
Musik über Musik – so lässt sich das Programm dieses Abends wohl am treffendsten beschreiben. Jeder der drei Komponisten richtet dabei den Blick in die Vergangenheit. Sie greifen auf Werke früherer Meister zurück, verarbeiten deren musikalische Sprache und schaffen daraus einen ganz eigenen, neuen Ausdruck. Bach, Mozart und die Tradition historischer Formen bleiben somit während des gesamten Konzerts präsent, auch wenn Werke von Respighi, Martinů und Reger erklingen.

Den Abend eröffnen die Drei Choräle von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Ottorino Respighi. Der italienische Komponist bewahrte das musikalische Material der ursprünglichen Werke, übertrug es jedoch in die Klangwelt eines großen Sinfonieorchesters. Was ursprünglich von einem einzigen Organisten gespielt wurde, verteilte er auf zahlreiche Instrumentengruppen, sodass Bachs Melodien von den Streichern über die Holzbläser bis hin zum kraftvollen Klang der Blechbläser wandern können.

Auch Bohuslav Martinů greift in seinem Konzert für Oboe und kleines Orchester auf ältere Vorbilder zurück. Das Werk entstand 1955 für den tschechischen Oboisten Jiří Tancibudek, der sich nach seiner Emigration in Australien niedergelassen hatte. Die dreisätzige Form, die kleine Besetzung und die Gestaltung des Dialogs zwischen Solist und Orchester knüpfen an das klassische Konzertmodell an, auch wenn die musikalische Sprache des Werks ganz im 20. Jahrhundert verankert ist. Den Solopart übernimmt Olivier Stankiewicz, Erster Oboist des London Symphony Orchestra.

Den Abschluss bilden Max Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132. Der Komponist griff ein Thema aus dem ersten Satz von Mozarts Klaviersonate in A-Dur KV 331 auf und entwickelte daraus acht Variationen sowie eine monumentale Fuge für Sinfonieorchester. Die schlichte klassische Melodie durchläuft dabei vielfältige Wandlungen und wird zur Grundlage eines der bedeutendsten Orchesterwerke der Spätromantik.

Für uns in Westpommern hat Max Reger zudem eine ganz besondere lokale Bedeutung. Der Komponist verbrachte mehrfach seine Ferien in Kolberg, wohin er zwischen 1905 und seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1913 immer wieder zurückkehrte. Er kam erstmals auf ärztlichen Rat hierher, nachdem ihm wegen seiner intensiven Arbeit eine Auszeit verordnet worden war. In Kolberg sah er zum ersten Mal das Meer, wohnte mit seiner Familie in einem Haus an der heutigen ul. Cicha, ging baden und unternahm Spaziergänge am Strand.

Wie so oft gelang es ihm jedoch nicht, die ärztlichen Empfehlungen vollständig zu befolgen. Auch an der Ostsee komponierte Reger, dirigierte das örtliche Kurorchester, trat als Pianist auf und improvisierte auf der Orgel der Kathedrale von Kolberg. Während seiner weiteren Aufenthalte arbeitete er unter anderem an Werken für Violine, Chor und Orgel. Er fühlte sich der Stadt so eng verbunden, dass er angeblich davon träumte, am Meer beigesetzt zu werden, begleitet vom Rauschen der Wellen.

Das Sinfonieorchester der Philharmonie in Szczecin wird von George Tchitchinadze geleitet. Das Programm des Abends zeigt, dass Musikgeschichte ein Dialog über die Jahrhunderte hinweg ist. Bach spricht durch Respighi, Mozart durch Reger, und alte Formen kehren in Martinůs Konzert in völlig neuer Gestalt wieder.


VIDEOS UND FOTOS


DETAILS
Jenseits der Zeit
21-05-2027 19:00
SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin

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