Seit mehreren Jahrzehnten sind wir daran gewöhnt, den Namen „Mieczysław-Karłowicz-Philharmonie in Szczecin“ wie selbstverständlich auszusprechen. Er ist uns so vertraut geworden, dass Szczecin und Mieczysław Karłowicz beinahe zu einer Einheit verschmolzen sind. Diese Verbindung tragen wir weit über unsere Stadt hinaus. Überall dort, wo unsere Initiativen stattfinden, wo unsere Musikerinnen und Musiker auftreten und wo wir für unsere Veranstaltungen werben, wird der Name unseres Namensgebers immer wieder genannt.
Aber wissen wir selbst, wer Mieczysław Karłowicz war? Wissen wir, was für ein Mensch er war? Was war ihm wichtig? Was wollte er in seiner Musik, in seinen Schriften und in seinem Leben vermitteln? Zum 150. Geburtstag von Karłowicz stellen wir uns zum ersten Mal in unserer Geschichte die Frage: „Was bedeutet es, ihn als Namensgeber zu haben?“ Und mehr noch: „Was bedeutet das für die Philharmonie und für unsere gesamte Konzertgemeinschaft?“
Das Karłowicz Fest ist eine beispiellose Begegnung mit der Musik von Mieczysław Karłowicz. Jeden Abend entdecken wir den einzigartigen Wert, den sie für uns bereithält: nicht nur für die Stettinerinnen und Stettiner, sondern auch für alle Gäste, die anreisen, um die einmalige Gelegenheit zu nutzen, meisterhafte sinfonische Dichtungen in der Interpretation führender polnischer Orchester zu hören.
Jugend als Mut, sich der Welt zu stellen. Diesen Gedanken findet man in zwei frühen Werken von Mieczysław Karłowicz, die während seines Studiums in Berlin entstanden. Das Violinkonzert A-Dur, geschrieben für seinen Meister und Violinlehrer Stanisław Barcewicz, ist ein Werk voller Energie, Lyrik und jugendlicher Ausdruckskraft. Die Sinfonie Wiedergeburt geht noch einen Schritt weiter. Sie wird zu einer musikalischen Erzählung über den Kampf gegen den Pessimismus und über die Kraft, die es dem Menschen ermöglicht, sich wieder aufzurichten und neu anzufangen. In diesen Werken hört man einen jungen Künstler, der mutig in die Welt hinausgeht und sich ihren Herausforderungen stellt.
Die Sinfonie ist eines der persönlichsten Werke des jungen Karłowicz. Der Komponist selbst fügte ihr ein Programm bei, in dem er die Geschichte einer Seele erzählt, die den Weg vom Zweifel zur inneren Wandlung beschreitet. Das Werk beginnt mit dem Bild zerfallender Jugendträume und einem Gefühl der Leere, einem Moment, in dem der Mensch Orientierung und Sinn verliert. Doch aus diesem Zustand der Trägheit entsteht allmählich eine neue Lebenskraft. Zunächst erscheint die Vision des Glücks, dann folgt die schmerzhafte Konfrontation mit der Realität und schließlich der entscheidende Kampf, in dem die Seele ihr Gleichgewicht wiederfindet und triumphiert. Der Schluss der Sinfonie bringt eine Hymne der Wiedergeburt, getragen von der Überzeugung, dass der Mensch trotz aller Zweifel die Kraft in sich finden kann, neu anzufangen. Mit dieser Überzeugung lassen wir den ersten Festivalabend ausklingen.
Hören Sie Ausschnitte aus den Werken, die wir bei diesem Konzert aufführen werden:
DETAILS
KARŁOWICZ FEST | Eröffnungskonzert
11-12-2026 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin