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KARŁOWICZ FEST | Wiederkehrende Wellen

Sinfonisches Konzert
Sinfoniesaal
MUSIK
  • Mieczysław Karłowicz - Bianca da Molena op. 6
  • Mieczysław Karłowicz - „Wiederkehrende Wellen“ op. 9
  • Robert Schumann - Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120
Zum Auftakt des Festivals stand der Gedanke im Mittelpunkt, dass Jugend kein Lebensalter bezeichnet, sondern den Mut, sich der Welt zu stellen. Dies war gewissermaßen unser erster Schlüssel zur Person und zum Schaffen von Karłowicz. Wie sieht also der nächste aus?

Mieczysław Karłowicz erschien vielen seiner Zeitgenossen als verschlossener, zurückhaltender Mensch, der die Gesellschaft mied. Er wirkte in sich gekehrt, als stünde er der Welt und den Menschen fern. Und doch war dieses Bild nur die Oberfläche. Aus seinen Briefen tritt ein ganz anderer Mensch hervor: ein herzlicher Freund, der seinen Beziehungen treu blieb und Begegnungen wie Bindungen pflegte. Diese Spannung zwischen äußerer Zurückhaltung und innerer Intensität führt uns unmittelbar zu seiner Musik.

In seinen sinfonischen Dichtungen zeigt uns Karłowicz das Verborgene: Spannungen, Emotionen und Konflikte, die sich im Inneren des Menschen abspielen. Bianca da Molena, zurückgehend auf den Prolog eines Dramas über einen irrenden Ritter, erzählt von tragischer Liebe und von einem Menschen, der zwischen Vergangenheit und Gefühl hin- und hergerissen ist. Der Held, der kommt, um für seine Rechte zu kämpfen, erkennt, dass der größte Kampf nicht auf dem Schlachtfeld stattfindet, sondern in ihm selbst. Die Liebe führt ihn zu einer Entscheidung, die den Sinn seines Handelns ins Gegenteil verkehrt. Er beginnt, gegen sich selbst zu kämpfen.

Noch tiefer ins Innere führen die wiederkehrenden Wellen. Karłowicz selbst beschreibt die Emotionen dieses Werkes als den Zustand eines Menschen, der in Starre versunken ist, im grauen Alltag gefangen und auf leblose, eisige Bilder blickt. Und plötzlich kehren, wie die titelgebenden Wellen, die Erinnerungen zurück – helle Momente der Jugend, Bilder von Glück, Liebe und Leidenschaft. Die Vergangenheit erwacht mit ungeheurer Kraft zum Leben, um gleich darauf wieder zu vergehen und den Menschen in Stille und Einsamkeit zurückzulassen.

Beide Kompositionen, verbunden durch das Motiv unerfüllter Liebe, zeigen Karłowicz als einen Künstler, der uns dazu auffordert, nicht beim Sichtbaren stehen zu bleiben. Was von außen kühl, distanziert oder unnahbar wirken mag, offenbart sich in seiner Musik als eine ungemein reiche Welt voller Liebe, Spannung, Geheimnisse und innerer Kämpfe. Das Wesentliche spielt sich nicht im Außen ab, sondern in uns selbst. Wenn Sie also das nächste Mal einem verschlossenen und zurückhaltenden Menschen begegnen, lohnt es sich, daran zu denken, wie reich seine innere Welt sein könnte.

Hören Sie ausgewählte Ausschnitte aus dem Konzertprogramm:

VIDEOS UND FOTOS


DETAILS
KARŁOWICZ FEST | Wiederkehrende Wellen
16-12-2026 19:00
SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin

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