Wir möchten einen persönlichen Gedanken mit Ihnen teilen. Wenn in unserer Philharmonie solch monumental klingende Werke aufgeführt werden, entsteht der Eindruck, als verwandle sich der große Goldene Saal in einen außergewöhnlichen Tempel, in dem sich ein Mysterium entfaltet. Die Kraft des Klangs und der Glanz des Goldes verbinden sich dabei zu eindrucksvollen Bildern. Im Zusammenhang mit Quo vadis? scheint vor Ihrem inneren Auge das brennende Rom aufzutauchen, ebenso die stahlglänzenden Rüstungen der Prätorianer. Zugleich spüren Sie die Wärme goldener Herzen und erleben eine Geschichte, die seit Jahrzehnten in überwältigenden Bildern erzählt wird.
Das Oratorium Quo vadis? von Feliks Nowowiejski gehört zu den spektakulärsten und bewegendsten Werken der polnischen Musikgeschichte. Es verbindet monumentale Klangfülle mit einer tiefen spirituellen Erfahrung. Inspiriert von dem Roman von Henryk Sienkiewicz und im Jahr 1903 komponiert, führt uns das Werk in das antike Rom, wo zwei Welten aufeinandertreffen: die Macht des Imperiums und die aufkommende Kraft des Christentums. Nowowiejski verwandelt diese dramatische Geschichte in Musik von außergewöhnlicher Intensität und Ausdruckskraft.
Schon die ersten Takte beeindrucken durch ihre klangliche Kraft. Ein großes Orchester, ein umfangreicher Chor, Solopartien und die Orgel schaffen ein gewaltiges Klangfresko. Mit außergewöhnlicher Meisterschaft arbeitet der Komponist mit Kontrasten. Brutale, beinahe apokalyptische Visionen der brennenden Stadt stehen Momenten stiller Besinnung und spiritueller Erhebung in den christlichen Szenen gegenüber. Besonders ergreifend sind die Chorpassagen. Sie sind ausdrucksstark und zugleich tief in der Tradition der sakralen Musik verwurzelt. Dabei erinnern sie sowohl an den gregorianischen Choral als auch an die große polyphone Tradition.
Gerade die Fähigkeit, Tradition mit romantischem Elan zu verbinden, macht Quo vadis? zu einem zeitlosen Werk. Nowowiejski, der sich von so unterschiedlichen Komponisten wie Richard Wagner und Gustav Mahler inspirieren ließ, entwickelte dabei eine ganz eigene, unverwechselbare Musiksprache. Nicht ohne Grund feierte das Werk weltweit große Erfolge. Es wurde in bedeutenden Konzertsälen Europas sowie Nord- und Südamerikas aufgeführt und berührte das Publikum durch seine Ausdruckskraft und seine universelle Botschaft. Bis heute gilt Quo vadis? als eine der bedeutendsten Errungenschaften der polnischen Musik. Nach dem Schaffen von Frédéric Chopin gehört es vielleicht zu den polnischen Werken, die international die größte Anerkennung gefunden haben.
Quo vadis? im Goldenen Saal unserer Philharmonie ist ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht und Sie in die Welt der großen Musik eintauchen lässt. Es ist die Begegnung mit einem Werk, das sowohl durch seine Monumentalität als auch durch die Intensität seiner spirituellen Botschaft tief berührt.
DETAILS
Quo vadis?
12-02-2027 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin