Hyuk Lee und Hyo Lee bilden seit einigen Jahren eines der interessantesten Klavierduos der jungen Generation. Gemeinsam treten sie auf bedeutenden Bühnen in Europa und Asien auf. Sie verbindet nicht nur ihre brüderliche Nähe, sondern auch eine außergewöhnliche musikalische Intuition, durch die zwei Klaviere zu einer klanglichen Einheit verschmelzen.
Der ältere der beiden Brüder, Hyuk Lee, zählt heute zu den angesehensten koreanischen Pianisten seiner Generation. Er ist Preisträger des Internationalen Marguerite-Long- und Jacques-Thibaud-Wettbewerbs in Paris, Finalist des 19. Internationalen Frédéric-Chopin-Klavierwettbewerbs in Warschau und Gewinner des Internationalen Paderewski-Wettbewerbs. Seine Ausbildung erhielt er in Moskau und Paris, wo ihm der renommierte Prix Cortot verliehen wurde. Sein Repertoire umfasst mehrere Dutzend Klavierkonzerte.
Der jüngere Hyo Lee hat sich trotz seines sehr jungen Alters bereits auf der internationalen Bühne einen Namen gemacht. Er wurde bei den Wettbewerben Arthur Rubinstein in Bydgoszcz sowie Marguerite Long und Jacques Thibaud in Paris ausgezeichnet. Kritiker heben seine außergewöhnliche Musikalität und Reife hervor – Qualitäten, die bei Künstlern am Anfang ihrer Karriere nur selten anzutreffen sind. Gemeinsam bilden die Brüder ein Duo, dessen größte Stärke im gegenseitigen Vertrauen und in der Natürlichkeit ihres gemeinsamen Musizierens liegt – Werte, die sich in einer nur gelegentlichen Zusammenarbeit zweier Solisten kaum entwickeln können.
Das Programm dieses Konzerts ist ebenso außergewöhnlich wie seine Interpreten. Ursprünglich entstand es anlässlich des 200. Jahrestags der Uraufführung von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, geht jedoch weit über einen reinen Jubiläumscharakter hinaus. Es erzählt von den außergewöhnlichen Möglichkeiten zweier Klaviere und führt das Publikum durch drei vollkommen unterschiedliche musikalische Welten.
Den Abend eröffnen die Six Caribbean Pieces von Arthur Benjamin, einem in Australien geborenen Komponisten, der viele Jahre am Royal College of Music in London tätig war. Der Zyklus ist von den Rhythmen und Melodien der Karibik inspiriert und verbindet klassische Formen mit Tanzmusik und exotischem Flair.
Anschließend erklingt La Valse von Maurice Ravel – eine der faszinierendsten musikalischen Auseinandersetzungen mit dem Wiener Walzer. Das Werk bewegt sich zwischen Eleganz und zunehmender Unruhe und wird häufig als Sinnbild für den Zerfall der alten europäischen Welt nach dem Ersten Weltkrieg interpretiert. Den Höhepunkt des Konzerts bildet Franz Liszts monumentale Transkription von Beethovens 9. Sinfonie – ein Werk, das als eine der größten Errungenschaften der Transkriptionskunst gilt. Liszt übertrug den gesamten Reichtum der Sinfonie mit außergewöhnlicher Treue auf zwei Klaviere. Das Werk verlangt den Pianisten nicht nur phänomenale technische Fähigkeiten ab, sondern auch sinfonisches Denken und die Fähigkeit, einen Klang von nahezu orchestralem Ausmaß zu entfalten.
Dieses Konzert wird somit nicht nur eine Begegnung mit herausragenden Pianisten der jungen Generation sein, sondern auch die außergewöhnlichen Möglichkeiten zweier Klaviere eindrucksvoll vor Augen führen – zweier Instrumente, die den Klang eines ganzen Orchesters entfalten und bekannte Meisterwerke aus einer völlig neuen Perspektive erlebbar machen können.
DETAILS
Die Lee-Brüder | Für zwei Klaviere | Beethoven 200
19-02-2027 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin