Der Chor der Karol-Szymanowski-Philharmonie Krakau wurde 1945 gegründet und erhielt 1950 den Status eines professionellen Ensembles. Bereits ein Jahr später gewann er den Ersten Preis beim Ersten Festival Polnischer Musik in Warschau und legte damit den Grundstein für seine internationale Karriere. Heute zählt der Chor zu den führenden professionellen Vokalensembles Polens und pflegt ein Repertoire, das von Oratorien und A-cappella-Werken des 17. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischer Musik reicht.
Der Chor ist regelmäßig bei den bedeutendsten Musikfestivals Polens zu Gast, darunter Wratislavia Cantans, Warszawska Jesień und Gaude Mater, sowie bei zahlreichen internationalen Festivals wie dem Festival de La Chaise-Dieu, dem Maggio Musicale Fiorentino, dem Holland Festival, dem Edinburgh Festival, dem Festival van Vlaanderen, dem Festival d'Art Sacré de Paris, dem Internationalen Brucknerfest Linz, den Salzburger Festspielen und dem Athens Festival. Elf Ausgaben lang war das Ensemble zudem eng mit dem Ludwig-van-Beethoven-Osterfestival verbunden.
Im Laufe seiner Geschichte arbeitete der Chor mit zahlreichen renommierten Orchestern zusammen, darunter die Wiener Symphoniker, das Beethovenhalleorchester Bonn, das Orchestre Radiotélévision Belge, das Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das Orchestra Sinfonica Siciliana di Palermo, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Rotterdam Philharmonic Orchestra, das Orchestre Philharmonique de Montpellier sowie das Stockholm Philharmonic Orchestra.
Der Chor wirkte bei zahlreichen internationalen Gedenkveranstaltungen mit. Er sang im Vatikan anlässlich des zehnten Jahrestages des Pontifikats von Papst Johannes Paul II., in Berlin zur Feier der deutschen Wiedervereinigung sowie in Oświęcim zum 50. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Im Jahr 2004 nahm er gemeinsam mit dem Ankara State Polyphonic Choir, dem London Philharmonic Choir, dem Mendelssohn Choir of Pittsburgh und dem Pittsburgh Symphony Orchestra am vatikanischen Concert of Reconciliation teil. 2014 gestaltete der Chor die Heiligsprechungsfeierlichkeiten der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. im Vatikan musikalisch mit und wirkte anschließend beim Konzert Peace through Music "In Our Age" in der Constitution Hall in Washington unter der Leitung von Sir Gilbert Levine mit.
Neben großen Oratorien gehören auch Opern wie Don Giovanni, Die Jungfrau von Orléans, Lohengrin, Der Freischütz und Die schwarze Maske zum Repertoire des Chores. Darüber hinaus führt das Ensemble Peer Gynt, Misa criolla, Liverpool Oratorio, Andrew Lloyd Webbers Requiem, Trionfi sowie Alexander Newski auf.
Besondere Verdienste erwarb sich der Chor um die Verbreitung der Musik von Krzysztof Penderecki, insbesondere durch Aufführungen von Utrenja und der Lukas-Passion, deren Aufnahme mit dem Grand Prix du Disque ausgezeichnet wurde. Zu den bedeutenden Einspielungen zählen außerdem Werke von Wojciech Kilar. Das Album mit Krzesany, Angelus und Victoria wurde 1997 für den polnischen Musikpreis Fryderyk nominiert. Darüber hinaus wirkte der Chor an den Aufnahmen von Kilars Filmmusiken zu Dracula von Francis Ford Coppola und König der letzten Tage von Thomas Toelle mit.
Seit Jahrzehnten genießt der Chor der Krakauer Philharmonie hohes Ansehen bei Publikum, Kritik und Dirigenten. Seine zahlreichen internationalen Tourneen haben ihm den Ruf eines der wichtigsten musikalischen Botschafter Polens eingebracht.