
Der ungarisch-deutsche Dirigent Róbert Farkas ist seit September 2021 Chefdirigent des MÁV-Symphonieorchesters Budapest. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er 2011 mit dem Gewinn des dritten Preises beim Internationalen Lovro-von-Matačić-Dirigierwettbewerb. Darüber hinaus erhielt er den Orchesterpreis sowie den Sonderpreis des Kroatischen Komponistenverbandes (HDS).
Seither dirigiert er regelmäßig führende ungarische Klangkörper, darunter das Ungarische Nationalphilharmonische Orchester, das Ungarische Radio-Sinfonieorchester und das Danubia Orchestra Budapest. Seit der Saison 2025/26 ist er zudem Erster Gastdirigent der Philharmonie „Dinu Lipatti“ in Sathmar (Satu Mare).
In Deutschland stand Farkas am Pult des Konzerthausorchesters Berlin, der Berliner Symphoniker, des Leipziger Kammerorchesters, der Heidelberger Philharmoniker, des Wuppertaler Sinfonieorchesters, des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie sowie des Collegium Musicum Pommersfelden. International dirigierte er unter anderem die NFM-Philharmonie Breslau, die Zagreber Philharmonie, das Sinfonieorchester des Kroatischen Rundfunks und Fernsehens sowie das Nationale Philharmonische Orchester Sofia. 2022 gab er mit dem Ungarischen Nationalphilharmonischen Orchester sein Österreich-Debüt in Salzburg.
Neben dem klassischen Opernrepertoire mit Werken wie
Così fan tutte,
La Traviata und
Die Entführung aus dem Serail widmet sich Farkas intensiv der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu seinem Repertoire zählen Schostakowitschs
Moskau, Tscherjomuschki, Hindemiths
Lehrstück, Wolfgang Rihms Oper
Dionysos, Peter Maxwell Davies’
The Turn of the Tide, Philip Glass’
Echnaton sowie Johannes Harneits
Abends am Fluss und
Hochwasser.
Zu seinen künstlerischen Mentoren zählen Iván Fischer, Dmitri Kitajenko und Péter Eötvös. Zoltán Kocsis förderte persönlich sein Debüt mit dem Ungarischen Nationalphilharmonischen Orchester. Darüber hinaus besuchte Farkas Meisterkurse bei Bernard Haitink, Gianluigi Gelmetti und Jorma Panula.
Róbert Farkas wurde im ungarischen Ózd geboren. Er studierte Chorleitung, Musikpädagogik und Orchesterdirigieren bei Tamás Gál und András Ligeti. 2006 erhielt er ein Erasmus-Stipendium und setzte sein Dirigierstudium an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Lutz Köhler fort. Dort schloss er sein Studium 2012 erfolgreich ab.
Im Jahr 2013 begann seine enge Zusammenarbeit mit Iván Fischer. Mehrere Jahre lang arbeitete er mit ihm beim Konzerthausorchester Berlin und beim Budapest Festival Orchestra sowohl in deren Konzertreihen als auch auf internationalen Tourneen.
2020 erschien seine erste CD-Einspielung mit Klavierkonzerten von Anton Rubinstein, aufgenommen mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und der Pianistin Schaghajegh Nosrati. In derselben Saison dirigierte er außerdem die ungarische Erstaufführung der rekonstruierten
7. Sinfonie von Pjotr Tschaikowski mit dem Sinfonieorchester Miskolc.
Róbert Farkas, Foto: Marco Borggreve