
Von der Times als „ziemlich sensationell“ und von The Arts Desk als „unübertroffen“ bezeichnet, ist Olivier Stankiewicz seit 2015 Solo-Oboist des London Symphony Orchestra (LSO). In der Saison 2024/2025 war er Artist in Residence an der Wigmore Hall. Als gefragter Solist, Kammermusiker und Pädagoge tritt er in ganz Europa, Japan und den Vereinigten Staaten auf. Im Rahmen seiner Residenz an der Wigmore Hall kuratierte er Konzerte mit Künstlern wie Lucy Crowe, Thomas Dunford, Alasdair Beatson und Liza Ferschtman.
Als Solist ist Olivier Stankiewicz mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Orchestre National de France aufgetreten und arbeitete dabei mit Dirigenten wie Paavo Järvi, Tugan Sokhiev und Jaime Martín zusammen. Gemeinsam mit François-Xavier Roth und dem London Symphony Orchestra führte er Zimmermanns Oboenkonzert auf. Darüber hinaus widmet er sich intensiv der zeitgenössischen Musik. Seine Uraufführung von Colin Matthews’ Oboenkonzert wurde vom Evening Standard als „tour de force“ bezeichnet. Zuvor hatte er Werke von Benjamin Attahir, Bruce Broughton und Laurent Durupt aufgeführt. Außerdem gab er zahlreiche Solowerke bei Komponisten wie Tonia Ko und Januibe Tejera in Auftrag und brachte sie zur Uraufführung. Als Solist trat er zudem mit der Big Band von Ronnie Scott auf.
Als engagierter Kammermusiker gab er Rezitals unter anderem in der Morgan Library in New York, im Auditorium du Louvre in Paris, in der Toppan Hall in Tokio und in der Phillips Collection in Washington, D.C. Außerdem trat er an renommierten Orten und bei Festivals wie Snape Maltings, dem Delft Chamber Music Festival und Musikdorf Ernen auf. In der Wigmore Hall musizierte er mit Michael Collins und Stephen Hough sowie gemeinsam mit Renaud Capuçon beim Easter Festival in Aix-en-Provence. Sein Rezitaldebüt bei den BBC Proms mit Huw Watkins wurde live von BBC Radio 3 übertragen.
Seine Aufnahmen wurden von der Kritik von BBC Music Magazine, Gramophone und Radio France Musique hoch gelobt. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Mozarts Violinsonaten mit Jonathan Ware (Delphian), Mozarts Oboenkonzert mit dem London Symphony Orchestra (LSO Live) sowie die 2024 erschienene Gesamteinspielung der Triosonaten von Zelenka mit Armand Djikoloum, Theo Platt, Satoko Doi und Jordi Carrasco-Hjelm (Challenge Records/BR Klassik). Außerdem nahm er die Weltersteinspielung von Bruce Broughtons Oboenkonzert
And on the Sixth Day mit dem London Symphony Orchestra für Naxos auf.
Olivier Stankiewicz wurde 1989 in Nizza geboren und studierte in Paris bei David Walter und Jacques Tys. 2012 gewann er den 10. Internationalen Oboenwettbewerb von Japan und wurde Preisträger der YCAT International Auditions in London sowie der YCA Auditions in New York. Heute ist er Professor für Oboe am Royal College of Music in London und gibt regelmäßig weltweit Meisterkurse.
Olivier Stankiewicz, Foto: Kaupo Kikkas