Radek Baborák ist ein tschechischer Hornist, Dirigent und Pädagoge und zählt zu den herausragenden Meistern seines Instruments. Der 1976 in Pardubice geborene Künstler gewann bereits als Jugendlicher Preise bei bedeutenden internationalen Musikwettbewerben. Er ist Preisträger der Wettbewerbe in Genf, Markneukirchen und München (ARD) sowie Gewinner des UNESCO Grand Prix.
Baboráks Orchesterkarriere gehört zu den beeindruckendsten in der klassischen Musik. Mit achtzehn Jahren wurde er Erster Hornist der Tschechischen Philharmonie. Später bekleidete er dieselbe Position bei den Münchner Philharmonikern und den Bamberger Symphonikern, bevor er von 2002 bis 2011 als Erster Hornist bei den Berliner Philharmonikern – einem der renommiertesten Orchester der Welt – tätig war. Heute widmet er sich vor allem seiner Solokarriere, der Kammermusik und dem Dirigieren. Den Abend eröffnet Baborák mit Reinhold Glières Konzert für Horn und Orchester in B-Dur op. 91 – einem der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts für dieses Instrument. Der in Kiew geborene Komponist vollendete das Werk 1951 und blieb dabei dem romantischen Ideal einer weit gespannten Melodik und eines vollen Orchesterklangs treu. Das Konzert zeigt die ganze Ausdrucksbreite des Horns: seine kantable Wärme, seine majestätische Klangwirkung und seine virtuosen Möglichkeiten.
Im zweiten Teil des Konzerts wenden wir uns einigen grundlegenden Fragen zu. Früher oder später steht jeder Mensch vor Momenten, in denen Antworten schwer zu finden sind. Warum widerfahren uns bestimmte Dinge? Wie können wir uns mit dem abfinden, was wir nicht ändern können? Woher nehmen wir Kraft in Zeiten des Zweifels?
Ähnliche Fragen beschäftigten Pjotr Tschaikowski während der Arbeit an seiner 5. Sinfonie. Im Frühjahr 1888, als er mit den ersten Skizzen für das neue Werk begann, notierte der Komponist einige kurze Gedanken, die bis heute als wichtiger Schlüssel zu seiner Deutung gelten. Darunter finden sich die Worte: „vollständige Hingabe an das Schicksal oder – was auf dasselbe hinausläuft – an die unergründlichen Urteile der Vorsehung“ sowie „Zweifel“, „Klagen“, „Vorwürfe“ und die Frage: „Soll ich mich in die Arme des Glaubens werfen?“
Diese wenigen Sätze am Rand seines Skizzenbuchs eröffnen eine sehr persönliche Dimension der Musik. Tschaikowski hielt darin Erfahrungen fest, die jedem Menschen vertraut sind: das Bedürfnis, einen Sinn zu finden, die Sehnsucht nach innerem Frieden, Momente der Hoffnung und des Zweifels. Mehr als 130 Jahre nach ihrer Uraufführung bleibt die 5. Sinfonie eines der bewegendsten Werke des sinfonischen Repertoires. Die Fragen nach Sinn, Glauben, Hoffnung und menschlicher Beharrlichkeit, die mit ihr verbunden sind, wirken bis heute erstaunlich aktuell und Tschaikowskis Musik verleiht ihnen eine zutiefst menschliche Dimension.
DETAILS
Auf der Suche nach Hoffnung
16-04-2027 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin