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Reisetagebuch

Sinfonisches Konzert
Sinfoniesaal
MUSIK
  • Mieczysław Wajnberg - Rhapsodie über moldauische Themen op. 47 Nr. 1
  • Dymitr Szostakowicz - 1. Cellokonzert Es-Dur op. 107
  • Robert Schumann - 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 Rheinische
Voraussichtliche Konzertdauer: ca. 110 Minuten, inklusive 30 Minuten Pause.
Ein Klezmer-Tanz, der immer schneller wird, ein Cello, das sich mit dem gesamten Orchester misst, und Musik, die den Konzertsaal plötzlich in den monumentalen Raum einer Kathedrale verwandelt. All das erwartet uns an diesem Freitag. Das Sinfonieorchester wird von Dainius Pavilionis geleitet, als Solist wird der Cellist Jeremias Fliedl auftreten.

Das Konzert beginnt mit Mieczysław Weinbergs Rhapsodie über moldauische Themen. Doch eine ruhige musikalische Postkarte mit Volksmelodien ist dieses Werk keineswegs. Zunächst entfaltet das Orchester nostalgische, kantable Themen, doch nach und nach gewinnt die Musik an Tempo und Temperament. In ihr begegnen sich die Traditionen des multikulturellen Moldawiens und Bessarabiens. Neben moldauischen Melodien sind auch deutlich jüdische Einflüsse zu hören. Das Finale bricht schließlich wie eine rasante Klezmer-Kapelle hervor, deren Rhythmus immer lebhafter wird. Es sind nur wenige Minuten Musik, doch sie stecken voller Farben, überraschender Wendungen und einprägsamer Themen.

Das 1. Cellokonzert in Es-Dur op. 107 schrieb Schostakowitsch 1959 für Mstislaw Rostropowitsch. Die berühmte Geschichte von der blitzschnellen Vorbereitung auf die Uraufführung ist tatsächlich wahr. Rostropowitsch lernte den Solopart innerhalb von nur vier Tagen auswendig. Drei Tage lang übte er intensiv, am vierten spielte er das Konzert dem Komponisten vor.

Formal besteht das Werk aus vier Sätzen, wobei die letzten drei ohne Unterbrechung ineinander übergehen. Besonders ungewöhnlich ist die lange Solokadenz, die als eigenständiger dritter Satz behandelt wird. Auch die Orchesterbesetzung ist bemerkenswert. Schostakowitsch verzichtet weitgehend auf das sonst so kraftvolle Blech. Neben einem Horn gibt es weder Trompeten noch Posaunen oder Tuba. Dieses einzelne Horn wird stellenweise beinahe zum zweiten Solisten. Im Finale taucht zudem eine verzerrte Anspielung auf das georgische Lied Suliko auf, das als eines von Stalins Lieblingsliedern gilt. Schostakowitsch verfremdet die Melodie und fügt sie in ein groteskes, aggressives Finale ein.

Die Rheinische Sinfonie entstand 1850, kurz nach Schumanns Umzug nach Düsseldorf, und wurde stark von der neuen Umgebung und den Eindrücken geprägt, die das Rheinland auf ihn machte. Schumann faszinierte die Atmosphäre der Region, die Lebendigkeit des öffentlichen Lebens, die Volksfeste, die Landschaft, das Gemeinschaftsgefühl und die religiöse Erhabenheit. Der erste Satz beginnt ohne Einleitung mit einem weit gespannten, energiegeladenen Thema, während die beiden folgenden Sätze eher tänzerisch und kammermusikalisch geprägt sind. Besonders außergewöhnlich ist der vierte Satz, Feierlich, der unter dem Eindruck des Kölner Doms entstand. Ursprünglich hatte Schumann ihn mit einer programmatischen Bezeichnung versehen, die auf die Begleitung einer feierlichen Zeremonie verwies, diese jedoch vor dem Druck wieder gestrichen. Darauf folgt ein helles, lebhaftes Finale – wie der Schritt aus dem Halbdunkel einer Kathedrale zurück auf die belebten Straßen.

Gemeinsam mit unserem Sinfonieorchester bringen der litauische Dirigent Dainius Pavilionis und der österreichische Cellist Jeremias Fliedl diese drei Werke zum Klingen. Pavilionis ist ein angesehener Dirigent und Pädagoge, Professor und Leiter des Lehrstuhls für Dirigieren an der Litauischen Akademie für Musik und Theater. Fliedl wiederum zählt zu den interessantesten österreichischen Cellisten der jungen Generation und ist Preisträger des renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel. Er gastierte unter anderem bei den Salzburger Festspielen, im Wiener Musikverein und im Wiener Konzerthaus und trat als Solist mit angesehenen europäischen Orchestern auf.
VIDEOS UND FOTOS


DETAILS
Reisetagebuch
09-04-2027 19:00
SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin

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