Zwei virtuose Trompetenkonzerte in einem Programm sind nicht nur eine eindrucksvolle Demonstration der körperlichen Ausdauer des Solisten, der zu den besten Trompetern der Welt zählt. Sie bieten zugleich eine ausgezeichnete Gelegenheit, diesem außergewöhnlichen Instrument besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn wer hat als Kind nicht schon einmal so getan, als würde er Trompete spielen? Die Trompete besitzt eine ganz eigene Anziehungskraft. In der Kultur steht sie für Ruhm und Ehre, gilt als Instrument des Adels und der Krieger und wird den Elementen Feuer und Luft zugeordnet. Im Gegensatz dazu, man möge es den lieben Kollegen verzeihen, wurden Holzblasinstrumente traditionell eher mit dem einfachen Volk und den Hirten verbunden.
Der Spanier Esteban Batallán ist seit 2019 Solotrompeter des Chicago Symphony Orchestra, eines der besten Orchester der Welt, dessen Blechbläsergruppe einen legendären Ruf genießt. Als Solist trat er unter anderem mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Ensemble Orchestral de Paris, dem Hong Kong Philharmonic Orchestra, dem Orchester der Stadt Granada, dem Sinfonieorchester des spanischen Rundfunks und Fernsehens, dem Royal Philharmonic of Galicia, dem Nationalen Jugendorchester Spaniens, dem Gstaad Festival Orchestra, der Geneva Camerata, dem Symphony Orchestra of India und dem Bilbao Symphony Orchestra auf. Sein Repertoire umfasst neben klassischen Werken auch Kompositionen, die eigens für ihn geschrieben wurden, sowie eigene Werke.
Die Geschichte der Trompete reicht weit zurück. Bereits um 1500 v. Chr., möglicherweise sogar noch früher, entdeckten die Menschen, dass sich mit ausgehöhlten Tierhörnern laute und weittragende Töne erzeugen ließen. Mit der Zeit wurden diese Instrumente weiterentwickelt und auch aus Metall oder Keramik gefertigt. Über viele Jahrhunderte erfüllte die Trompete vor allem praktische Aufgaben. Sie wurde für militärische Signale, Warnrufe und religiöse Zeremonien eingesetzt. Erst gegen Ende des Mittelalters begann man, sie zunehmend als Musikinstrument wahrzunehmen.
Der entscheidende Durchbruch erfolgte im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Zunächst verwendete man zusätzliche Rohrstücke, mit denen sich die Stimmung der Trompete verändern ließ. Dafür musste das Spiel allerdings unterbrochen werden. Später entwickelte man die Ventiltrompete, die das Spielen der gesamten chromatischen Tonleiter ermöglichte, zunächst jedoch noch auf Kosten der Klangqualität. Einen wichtigen Wendepunkt markierte die Einführung der Ventile um 1818. Sie verliehen der Trompete volle melodische Freiheit, eine zuverlässige Intonation und den vollen Klang, den wir heute kennen. Von da an etablierte sie sich als vollwertiges Konzertinstrument und fand ihren festen Platz im Sinfonieorchester, später auch im Jazz und in der Unterhaltungsmusik. Die Konzerte von Hummel und Telemann, in denen Batallán die Solopartien übernimmt, gehören zu den bekanntesten, virtuosesten und vom Publikum am enthusiastischsten aufgenommenen Werken dieses Genres.
Am Dirigentenpult steht Christian Schumann, der als „hellster Stern der neuen Generation deutscher Dirigenten“ gilt. Bekannt ist er vor allem für seine Vielseitigkeit, mit der er Oper, Sinfonik und Filmmusik miteinander verbindet. Er arbeitet mit führenden Orchestern und Künstler:innen auf der ganzen Welt zusammen und entwickelt innovative Projekte, in denen klassische Musik auf Elektronik, Jazz oder Videospielmusik trifft. Seine besondere Sicht auf das klassische Repertoire dürfte diesem Abend zusätzliche Spannung verleihen und neben der Virtuosität der Trompete noch lange in Erinnerung bleiben.
DETAILS
Macht und Pracht
06-11-2026 19:00

SinfoniesaalFilharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie
ul. Małopolska 48
70-515 Szczecin